WAS IST EIN PERFIN ?

Perfin ist eine Abkürzung von "perforierte Initialen".
Im deutschen bezeichnet man sie auch als Firmen-Lochungen.
Es sind normale Briefmarken der jeweiligen Zeit, die von größeren Firmen oder Behörden, die einen Vorrat an Briefmarken lagerten, mit einer individuellen Lochung versehen wurden. Man machte das zur Eigentumskennzeichnung und um den Diebstahl und Missbrauch durch das Personal und anderen Personen zu unterbinden. Da damals Briefmarken auch als Zahlungsmittel benutzt wurden und sie bei der Post zurückgegeben werden konnten, war Diebstahl häufig.

GESCHICHTE

Perfin gab es erstmals 1868 in England, später dann in fast allen Ländern der Welt.
1876 wurden sie auch in Deutschland erlaubt und erst ab 1. Januar 1966 verboten.
Heute sind Perfin allgemein nicht mehr erlaubt.

TECHNIK

Die Lochungen wurden mit Geräten mit feinen Nadeln (Pins) vorgenommen. Es gab dafür Geräte verschiedener Hersteller. 

Die Zuweisung einer Lochung zu den Geräten ist eine Sache für Spezialisten.

Da vor der Lochung oftmals die Briefmarkenbögen gefaltet wurden, gibt es viele spiegelverkehrte oder kopfstehende Lochungen. Auch wurde bei der Lochung oft nachlässig gearbeitet, so dass schräge Lochungen in verschiedenen Winkeln vorkommen. Die Pins der Geräte werden mit der Zeit abgenutzt, fallen aus oder werden einfach beschädigt. Das bringt unvollständige Lochungen hervor. Die Identifizierung dieser Teillochungen ist eine wahre Detektivarbeit. Aber das macht die Sache ja interessant.

VERBREITUNG

Perfin gibt es in fast allen Ländern der Welt und es werden ständig mehr, da häufig Neuentdeckungen auftauchen.

in Deutschland sind zur Zeit etwa 14.000 verschiedene bekannt 

In England gibt es sogar mehr als 23.500 verschiedene. 

In anderen Ländern sind es aber meist bedeutend weniger, in Finnland beispielsweise 11 (in Worten: elf).

TYPEN

Bei den Perfins gibt es verschiedene Typen. Die Meisten sind:

- einfache Buchstaben oder Buchstabenfolgen, die die Anfangsbuchstaben des Nutzers darstellen

- Symbole

- Monogramme

aber auch Zahlen und einfache Punkte.

DOKUMENTATION

Dokumentiert werden die Perfin gewöhnlich mit den Vorderseiten und Rückseiten der Marken oder/und Belegen.
Darüber hinaus wird manchmal auch ein gezeichnetes Abbild der Lochung gefertigt. So sieht man die Perfin genauer.

NUTZER

Der Sammler will natürlich wissen, wer der jeweilige Nutzer der Perfin war.
Auf den Marken kann man im Stempel den Ort des Versenders ablesen. Deshalb sind Perfin mit gut lesbarem Stempel begehrt.
Die besten Sammelstücke sind natürlich komplette Belege, auf denen man den Verwender und den Verwendungsort direkt ablesen kann.

Da die gleiche Lochung bei verschiedenen Verwendern vorkommen kann, werden die Lochungen definiert durch:

1. das Motiv der Lochung - 2. die Anzahl der Löcher - 3. die Höhe der Lochung in mm

SAMMLUNG

Perfin kann man wie alle anderen Briefmarken auch, nach verschiedenen Art und Weisen sammeln. Alle Welt oder nach Ländern. Aber das kann sehr umfangreich werden. Weniger aufwändig ist dagegen sich nur Teilgebiete vorzunehmen. Gebiete wie "Bayern" oder "Deutsche Kolonien". Es gibt Sammlungen wie "Deutsche Banken mit Perfin", "Perfin aus dem Saarland" und viele mehr. 

Perfin sind aber auch eine schöne Auflockerung für Heimatsammlungen, Germania-, Hindenburg- und Infla-Sammlungen. Der Phantasie ist keine Grenzen gesetzt.

FALSCHANWENDUNG / GESTOHLENE MARKEN

Bei Postkarten oder Briefen, die einen eindeutigen privaten Inhalt haben
und/oder eine private Absender- und Empfängeradresse haben, bei denen der Absender nicht mit dem Verwender des Perfin übereinstimmt, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um gestohlene Marken handelt. Beweisbar ist das natürlich nicht.

WEITERFÜHRENDE INFOS:

http://www.arge-lochungen.de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Lochung_(Philatelie)

 

 






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